Moop Mama

Obwohl ich wusste, dass ich zu der Zeit auf Krücken unterwegs sein würde, konnte ich es mir nicht nehmen lassen und habe Tickets für die M.O.O.P. TOPIA TOUR 2016 geholt. Eine sehr sehr gute Entscheidung. Meine Schwester hat ihr Ticket zum Geburtstag bekommen und so haben wir noch meinen Mitbewohner und ihren Freund (Namensgeber dieses Blogs) eingepackt und sind nach Wiesbaden getingelt.

Voract war Marz. Im Voraus hatte ich mir schon was von ihm angehört und war nur mäßig begeistert. Doch je länger er auf der Bühne stand, desto besser hat er mir gefallen. Einen guten Teil der Menge hat er mit dem stillen Applaus angesteckt (man hebt eine Hand in die Höhe und macht eine Bewegung, als würde man etwas schnell auf und zu schrauben).

Moop Mama hat anschließend leider etwas auf sich warten lassen. Wozu ich wieder einmal nur sagen kann „was bringt es, einen Voract auf die Bühne zu schicken um die Menge anzuheizen, wenn man sich dann so viel Zeit lässt, dass die Menge schon wieder genervt ist“. Aber was will man machen, vielleicht hatten sie ja ihre Gründe.

Das erste Lied war „Meermenschen“ – wie ich finde eine ungewöhnliche aber sehr gute Wahl. Das Lied ist ruhig, wichtig und hat viel Tiefgang. Zu jedem anderen Zeitpunkt wäre es untergegangen. Anschließend konnte die Party losgehen. Bei „Die Erfindung des Rades“ ist Keno mit dem schönen roten BMX über die Bühne gecruised, welches nach der Tour für Flüchtlingshilfe auf ebay versteigert wird. Bei „Insel“ hat sich Keno in einer aufblasbaren Insel mit Palme über das Publikum tragen lassen. Die erste Runde ging gut, in der zweiten ist er leider abgestürzt. Aber schien ihm nichts passiert zu sein, die Party ging weiter. Über den Abend hat jedes Instrument entweder einzeln oder in Gruppen ein Solo hingelegt. Davon hat mich am meisten das Solo der Tuba beeindruckt. Das kann man gar nicht in Worte fassen, das muss man erleben.

Die Menge hat sehr gut auf die Stimmungen der Lieder reagiert. Bei „Stadt, die niemals schläft“ wurden die Feuerzeuge und Taschenlampen der Handys (sieht in der Menge wirklich richtig schön aus!) herausgeholt. Bei „Alle Kinder“ wurde gemeinsam gesungen und geflüstert. Zu Elefant wurde gepogt, was sich jedoch nach kurzer Zeit zu einem im Kreis laufend/tanzenden Gewimmel  veränderte. Ein sehr angenehmes Publikum. Eine wahnsinnig schöne Stimmung. Nur gestört von ein paar Mädels aus Mainz, die es unglaublich lustig fanden in den unpassendsten Momenten „Mainz – Mainz – Mainz-…“, angelehnt an die Seemöwen in „Findet Nemo“, zu rufen. Zu „Über den Dingen“ gab es eine Polonaise der gesamten Band einmal quer durch die Menge. Nur schade war, dass mein Lieblingslied „Geh mit uns“ nur halb gespielt wurde. Aber immerhin lieber halb, als gar nicht.

Nach eineinhalb Stunden verließ die Band die Bühne und mein Mitbewohner schaute etwas enttäuscht, da „Prokrastination“ nicht gespielt wurde. Doch zu früh getrauert. Damit wurde die Zugabe eröffnet. Und dazu hat die Band ihre Instrumente mit Leuchtstäben ausgestattet. Dem folgte noch eine halbe Stunde weitere Moop Mama Party, unter anderem mit Dubstep Einlage. Was die Band da zaubert ist wirklich unglaublich. Auf der Heimfahrt hat mein Mitbewohner nur gemeint „also bis auf ‚Prokrastination‘ hätte ich die ja bisher nicht so daheim angehört. Aber jetzt find ich sie wirklich gut! Ich bin richtig begeistert.“ Und so kann ich euch nur empfehlen, wenn ihr irgendwo irgendwie die Chance habt die Jungs live zu sehen, dann nutzt sie!

Abschließend möchte ich mich noch bei dem netten Security vom Schlachthof bedanken, der mir angeboten hat mich auf die Empore der Rollstuhlfahrer zu setzen. Doch obwohl ich ganz peinlich berührt kurz allein in der Menge stand, die um mich rum kniete bin ich froh mich nicht hinter gesetzt zu haben.

Danke MOOP MAMA, gute Musik ist die beste Medizin!

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