Die dunkle Seite des deutschen Rap – eine Doku des WDR

In den ersten Minuten der Doku über Antisemitismus im deutschen Rap dachte ich mir noch „ach was, so schlimm ist’s doch nicht“. Aber ich muss Daniel Neumann (vom Landesverband der jüdischen Gemeinde in Hessen) Recht geben, dass es nicht darauf ankommt, was der Künstler/die Künstlerin als Person für Gefühle und Überzeugungen hat; vielmehr zählt, was er/sie verbreitet und was für eine Tragweite das Gesagte hat. So sollte sich ein erfolgreicher Rapper wie Kollegah wirklich gut überlegen, mit welchen bzw. ob er überhaupt mit Stereotypen arbeiten sollte.

Aus dem selben Grund bin ich nicht einer Meinung mit Erfan Bolourchi (ehemaliger Manager von Haftbefehl). Dieser sagt, dass es doch besser sei, persönliche Konflikte von der Straße als rassistische Verallgemeinerungen in einen Rap zu packen, als „mit dieser Person einen Faustkampf“ zu suchen. Beides sind eindeutig keine Konfliktlösungen. Und ersteres kann am Ende zu noch viel größeren Spannungen führen.

Sprache hat einen enorm großen Einfluss auf unsere Umwelt. Dabei sollte jeder einzelne darauf achten, was er mit seinem Gesagten bewirken kann, auch in der Kunst. Und ich hoffe, dass ich die Zeit noch miterleben darf, in der die Mehrheit des Deutsch Rap ohne Rassismus, Homophobie, Misogynie und Antisemitismus auskommt. Das würde die Welt für mich persönlich schon ein Stückchen besser machen.

Hier kommt ihr zur Doku in voller Länge.

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